Indien Januar 2016

Reisebericht

Autor/in: G. + H. Pü.

Tempel in Khajuraho

Tempel in Khajuraho

Seit drei Wochen sind wir nun wieder zu Hause nach einer tollen Reise in ein Land voller Kontraste. Die vielfältigen und nachhaltigen Eindrücke beginnen sich zu setzen. Ca. 3000 Fotos sind zum ersten Mal gesichtet und werden für die Gestaltung eines Fotobuches vorbereitet.

Nach den ersten Tagen in Indien war ich ins Grübeln gekommen, überhaupt einen Reisebericht in dieser Form zu gestalten. Die Armut von Millionen von Menschen hatte uns schockiert, sie im Bild festzuhalten, ließ mich zweifeln.

Wir haben uns dann doch durchgerungen und ‚Ja‘ zu dieser geplanten Aufzeichnung gesagt: nicht aus Sensationsgier heraus, um jemanden oder etwas bloßzustellen. Nein, wir wollen berichten über ein Land mit seinen krassen Gegensätzen, die wir so noch nicht erlebt hatten und die uns veranlassen sollten, unser eigenes Leben zu reflektieren. Deshalb fällt es schwer, Bilder auszusortieren – teilweise zu aufwühlend waren die Erlebnisse im Vergleich zu manch anderer Fernreise…

Obststand

Leckeres Obst am Straßenrand

„Eine Reise in die Seele Indiens“ – so beginnt die Einführung in den uns zugesandten  Reiseunterlagen. Dieses Konzept ist voll aufgegangen. Tief beeindruckt waren wir von der Rolle des Hinduismus in diesem riesigen  Land. Eine solche Verankerung des Glaubens in der Bevölkerung ist uns Europäern doch fremd. Selbst auf  einem kaum überschaubaren Blumenmarkt in Kalkutta spürt man diese enge Verbundenheit mit dieser Religion. Überwältigend die spirituellen Zeremonien am Ufer des Ganges in Varanasi, die vielen Pilger unterwegs zu den zahlreichen Tempeln. Die Beispiele könnten fortgesetzt werden. Selbst die heiligen Kühe und die Existenz von sog. Kuhkliniken gehören zu diesem Glauben.

Wohl der Höhepunkt einer jeden Indienreise ist es, einmal vor dem Taj Mahal zu stehen.  Zunächst etwas enttäuscht, sich in einer Waschküche  wiederzufinden und die Umrisse dieses grandiosen Bauwerks nur zu erahnen, änderte sich das mit zunehmender Sonneneinwirkung: aus dem am Boden verbleibenden Nebel ‚entstieg‘ das einzigartige Denkmal einer großen Liebe aus Marmor – sagenhaft!

Kamelsafari in der Wüste

Kamelsafari in der Wüste

Indien besitzt jedoch nicht nur geschichtsträchtige Bauwerke. Indien bezaubert durch eine grandiose Landschaft, die wir mit dieser Reise während eines optimalen Reisezeitraumes erleben durften. Ob Wüstenaufenthalt mit Kamelsafari, Jeep-Safaris im Ranthambore Tiger-Schutzgebiet oder Bootsfahrten auf dem Ganges, dem heiligen Fluß, in einer der letzten Wildnisse Indiens im Periyar Wildlife Sanctuary sowie die Fahrt auf einem  Hausboot im weitverzweigten Kanalsystem der Backwaters in Kerala. Entspannung pur erlebten wir am Golf von Bengalen und am Strand des Arabischen Meeres.

Arabisches Meer: Fischer

Fischer am Arabischen Meer

Um in diesem riesigen Land von A nach B zu gelangen nutzten wir so ziemlich alle Fortbewegungsmittel, die möglich waren. Klar, die großen Entfernungen bewältigten wir mit dem Flugzeug (ungewöhnlich aufwendige Sicherheitskontrollen auf den Flughäfen). Auch mit dem Zug waren wir unterwegs – mit einem ganz normalen (gewöhnungsbedürftig) und mit dem Shatabdi – Express, einem komfortablen Schnellzug. Um mit diesem Zug zu fahren, muss man sich rechtzeitig anmelden ( Platzkartenprinzip),  sich jedoch mit seinen persönlichen Daten an der äußeren Waggonverkleidung auf einer Liste wiederzufinden, kam uns schon recht ’spanisch‘ vor.

Mit unserem Tourbus und seinen bewunderungswürdigen Fahrern legten wir insgesamt wohl die meisten  der 5450 km im Lande zurück. Ja und da bin ich schon beim indischen Straßenverkehr. Ihn nicht erlebt zu haben, wäre eine ‚Bildungslücke‘. Kein deutscher Fahrschullehrer würde sich mit seinen Fahrschülern in dieses Getümmel von Bussen, LKWs, PKWs, Tuck Tucks, Motorrädern, Mopeds, Rikschas, Fahrrädern, Kamel-und Ochsenkarren und verschiedensten anderen Fahrzeugen Marke Eigenbau wagen, ohne Gefahr zu laufen, den Supergau zu verursachen. Übrigens,  Fußgänger, Kühe, Schweine und Hunde zählen ebenfalls zu  Verkehrsteilnehmern, die im Dunkeln auch noch ohne Licht unterwegs sind… Platz verschafft sich derjenige, der am häufigsten und lautesten hupt!

Straßenverkehr

Indien Straßenverkehr

Über drei Wochen von früh bis spät mit der Reisegruppe  zusammen zu verbringen, kann eine Herausforderung sein. Wir haben sie ohne jegliche Probleme gemeistert. Wesentlichen Anteil daran hatte NaNu, unser Reiseleiter, der uns über den gesamten Zeitraum begleitete.

Dieser junge Mann brachte uns Land und Leute seiner Heimat näher, ließ uns in deren Seelen blicken. Er war immer zur Stelle, wenn er gebraucht wurde, war freundlich, sehr aufmerksam und hilfsbereit, hat sogar am Sonntagnachmittag in einer 3-Millionen-Stadt einen Zahnarzt gefunden, der die erforderliche Behandlung übernahm, obwohl sein PKW schon zur Abfahrt bereit in der Grundstücksausfahrt stand…

Alles zu Papier zu bringen nach solch einer Reise, ist ein Unding. Deshalb abschließend noch ein paar Worte zur Zusammenstellung der Reiseziele und Übernachtungen:
Aus der bisherigen Schilderung geht ja hervor, dass wir Indien erlebt haben. Das spricht für die Zusammenstellung der Reise (vielleicht ein, zwei Tempel weniger).

Jaipur: Palast der Winde

Jaipur: Palast der Winde

Die Übernachtungen waren von der Lage her gut ausgewählt, ihre Qualität überwiegend gut bis sehr gut (Delhi absolute Spitze). Ein kleiner Wermutstropfen stellte die Unterkunft der letzten beiden Tage dar.

Absolut o.k. bei allem, was mit Ayurveda zusammenhing, doch die Unterkunft selbst hatte die letzte Renovierung wohl im letzten Jahrhundert erlebt – schade eigentlich.

Insgesamt haben wir eine großartige Reise erlebt. Wir bedanken uns bei allen, die bei der Vorbereitung und Durchführung mitgewirkt haben und wünschen ihnen allen auch weiterhin begeisterte, zufriedene Reisegäste!

G. + H. Pü.

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