Indien September 2017

Reisebericht 02.09.17 – 10.09.17: „Delhi - Rajasthan - Agra“

Autor/in: Peter Bell

Indien ist - im besten Sinn des Wortes - beeindruckend. Beeindruckend laut, beeindruckend dreckig, beeindruckend fremd und beeindruckend schön. Dass es so unterschiedliche Landschaften aufweist hätte ich nicht erwartet. Und die kulturelle Vielfalt - von imposanten Forts über Hindu-Tempel und Moscheen bis zu britischer Kolonialarchitektur reicht das Spektrum. Und die indische Küche ist weltberühmt, nicht nur für scharfe Gewürze, sondern auch für die Kombination unterschiedlicher Geschmacksnoten und frischer Zutaten.

 

 

 

 

 

1. Tag: Flug nach Indien

Nach meiner Anreise mit dem Sprinter werde ich auf dem Frankfurter Flughafen von unserer deutschen Reiseleiterin mit einem Gläschen Sekt empfangen.

 

 

 

2. Tag: Delhi

Nach unserer Ankunft in Indiens Hauptstadt begrüßen uns gleich zwei indische Reiseleiter – wir haben wirklich Glück! Zum Frühstück werden wir in eine typische indische Nudelsuppenküche eingeladen. Herzhafte Suppe am Morgen ist ungewohnt, aber es macht munter und fit für den Tag. Es folgt ein Rundgang durch Alt-Delhi: wir besichtigen die aus roten Steinen errichtete Freitags-Moschee, den Hochzeitsmarkt und einen Gewürzmarkt. Mittagessen wieder in einem typisch indischen Schnellimbiss. An die Schärfe vieler Gerichte müssten wir uns alle erst noch gewöhnen. Am Nachmittag geht es zum Qutub Minar, dem höchsten Steinturm des Landes. Er ist glücklicherweise gesperrt, so müssen wir nicht die vielen Treppen hinaufsteigen. Am späten Nachmittag folgt eine beeindruckende Fahrt mit dem Tuk-Tuk durch den chaotischen Hauptstadtverkehr. Trotz des Gewusels und der Hektik habe ich keinen Unfall gesehen.

 

Mit dem Tuk-Tuk durch die Stadt

Im 2.-Klasse-Zug in die Wüste

3. Tag: Mit dem Zug ins Wüstencamp

Wir schleppen unser Gepäck zum Bahnhof um ein 2.-Klasse-Abteil im Zug in die Wüstenstadt Bikaner in Besitz zu nehmen. Es gibt keine Türen, immer wieder gehen andere Passagiere oder Imbiss- oder Tee-Verkäufer vorbei. Da erlebt man Indien hautnah! Bei einem Halt bringt uns ein Mitarbeiter der Reiseagentur leckere Picknick-Pakete gegen unseren schon starken Hunger – dann schmeckt’s gleich doppelt gut. Nach einer kurzen Busfahrt erreichen wir das „Raisar Camp“ mitten in der Wüste Thar. Am Abend genießen wir ein hervorragendes Mehr-Gänge Menü mit Show-Einlage. Auf unseren einhelligen Wunsch wurden sämtliche Betten aus den Zelten auf den Platz davor gebracht, und wir verbringenen die kalte Nacht in warmen Betten unterm Sternenhimmel.

 

4. Tag: Die „blaue Stadt“ Jodhpur

Während unseres Frühstücks in einem vegetarischen Jain-Restaurant bekommen wir von einem Fachmann individuelle Turbane gebunden, die wir als Andenken mitnehmen dürfen.Dann fahren wir hoch zur Mehrangarh-Festung mit imposantem Ausblick über die „blaue Stadt“ Jodhpur. Zurück in die Altstadt hinunter gehen wir zu Fuß, wo wir uns am „Clock Tower“ zu einer Auto-Rikscha-Fahrt zurück zu unserem Bus treffen. Wir fahren in das kleine Dorf Chandelao Garh, wo wir in einem echten Maharaja-Palast untergebracht sind. Wunderschöne, individuell gestaltete Zimmer und ein romantisches Abendessen auf der Terrasse erwarten uns.

 

Die Festung Mehrangarh hoch über Jodhpur

Dorfstraße in Chandelao Garh

5. Tag: Dorfspaziergang, Leoparden-Safari und abendliche Tanzshow

Im Dorf besuchen wir zunächst ein Projektzentrum, in dem die Frauen des Ortes Handwerksgegenstände und Schmuck herstellen und dafür am Gewinn beteiligt werden. Danach kaufen wir am örtlichen Kiosk Schreibwaren und Süßigkeiten um sie dem Klassenlehrer der Dorfschule für die Kinder zu übergeben, die gerade Unterricht haben und sich immer wieder schüchtern lächelnd zu uns umdrehen. Über schlechte Straßen fahren wir zum „Godwad Safari Camp“, mannshohen Luxuszelten vor herrlicher Bergkulisse. Auf unserer ersten Leoparden-Safari bekommen wir keines der Tiere zu Gesicht, aber die Steppenlandschaft mit bizarren Granitfelsen ist auch sehenswert. Zum Sonnenuntergang gehen wir alle in uns auf einem Granitfelsen mit herrlichem Blick über einen See. Zum Abendessen im Camp wird uns eine Tanz- und Musikshow mit einheimischen Instrumenten und Kostümen dargeboten.

 

6. Tag: 2. Leoparden-Safari und Besuch eines Kinos mit Bollywood-Film

Beim zweiten Versuch Leoparden zu entdecken erspähte unser Guide ein schlafendes Tier in einer Felshöhle – aber so weit weg, dass ich es noch nicht einmal mit meinem Tele-Zoom „erwischen“ konnte. Bei einem anschließenden Besuch eines Dorfes in der Nähe kochten wir zusammen mit einer Familie unser Mittagessen. Lecker! Danach noch ein Picknick unter einem romantischen Bunyan-Baum. Nach 4 Stunden Busfahrt kommen wir in Udaipur an. Dort besuchen wir ein Kino und sehen uns die erste halbe Stunde eines typischen Bollywood-Filmes an. Die Handlung und die Tanzeinlagen sind so schlecht, dass sie fast schon wieder schön sind. Zu unserem Erstaunen sind die Dialoge teils in Hindi, teils in Englisch. Aber viel verstehen muss man sowieso nicht – die poppig-bunten Bilder und die rhythmische Musik faszinieren auch so.

 

Auf Leopardensafari inmitten roter Granitfelsen

7.-8. Tag: Udaipur – Jaipur – Amber – Agra

Bereits von unserer Hotelterrasse genießen wir den Ausblick auf die malerische Stadt Udaipur mit dem ehemaligen Maharaja-Palast mitten im See (heute beherbergt er ein Luxus-Hotel). Wir besuchen einen Hindu-Tempel und den Stadtpalast der Maharajas. Dann eine längere Busfahrt nach Jaipur. Einer unserer Reiseführer beeindruckt uns in der Hotelküche mit seinen Kochkünsten – und schmecken tut’s auch noch! Beim Dinner auf der Dachterrasse entwirft die Gruppe gemeinsam eine Überraschung für unsere Guides: wir wollen alle wie im gesehenen Bollywood-Film für sie tanzen – die Original-Filmmusik hat jemand aus dem Internet heruntergeladen. Am nächsten Morgen kurzer Fotostopp am „Palast der Winde“. Dann besichtigen wir das mächtige Fort von Amber mit mehreren Museen. Erschreckend, wie die Mahouds mit den Ihnen anvertrauten Elefanten umgehen, auf denen Touristen einen Ritt um das Fort machen können! Als Überraschung lädt uns einer der Guides zu sich nach Hause ein, wo uns seine Familie bekocht und uns die indische Gastfreundschaft zeigt. Dann nochmal eine vierstündige Bahnfahrt – diesmal im Großraumabteil.

9. Tag: Taj Mahal und Rückflug

Das Beste kommt zum Schluss: Wir besuchen das monumentale Mahnmal einer verstorbenen Liebe: Großmogul Shah Jahan ließ 22 Jahre an diesem weltberühmten Gebäude bauen, nur die besten Materialien durften verwendet werden. Ein tolles Motiv für diverse Gruppenfotos. Dann geht es per Zug zurück nach Delhi. Während des ausgezeichneten Abendessens in einem der angesagtesten Restaurants der Stadt kommt es zur einmaligen Aufführung unseres „Original“-Bollywood-Tanzes. Unser Reiseleiter ist noch heute gerührt: „Noch nie hat eine Reisegruppe für mich getanzt!“ Am späten Abend geht es dann (leider) zum Flughafen für unseren Nachtflug in die Heimat. Namaste Indien!


 

 

 

Das Taj Mahal in Agra