Marrakesch
Allgemeine Informationen
Marrakesch, bekannt als „Rote Stadt“, „Ockerstadt“ oder „Perle des Südens“, die ehemalige Hauptstadt des marokkanischen Reiches im Westen des Landes, ist ein wichtiges Wirtschaftszentrum und zeichnet sich durch zahlreiche Moscheen, Paläste und Gärten aus. Die Medina ist eine dicht bebaute, von Mauern umgebene, mittelalterliche Stadt aus der Berberzeit. Zwischen ihren labyrinthartigen Gassen befinden sich geschäftige Souks (Märkte), auf denen traditionelle Kleidung, Töpferwaren und Schmuck angeboten werden. Das maurische Minarett der Koutoubia-Moschee aus dem 12. Jahrhundert ist kilometerweit zu sehen und gilt als das Symbol der Stadt.
Marrakesch ist ein Wort aus der Sprache der Berber und bedeutet möglicherweise „Das Land Gottes“. Eine weitere Erklärung in Tamazight lautet „Durchzugsland“.
Der Name Marokko ging aus dem Stadtnamen Marrakesch hervor und bezeichnet heute das ganze Land.
Marrakesch liegt in einer Ebene nördlich des Hohen Atlas auf einer Höhe von etwa 450 Metern über dem Meeresspiegel und zählt neben Meknès, Fès und Rabat zu den vier Königsstädten Marokkos. In der Nähe der Stadt verläuft eine Bruch- und Überschiebungszone der Eurasischen mit der Afrikanischen Platte. Dies war die Ursache für das Erdbeben in Marokko im Jahr 2023. Es war das stärkste Erdbeben in der Region seit über 100 Jahren. Das Epizentrum befand sich 74 Kilometer südwestlich der Stadt.
Marrakesch wurde am 7. Mai 1070 gegründet, um der neuen Bewegung der Almoraviden ein Zentrum zu geben. Abu Bakrs Nachfolger Yusuf ibn Taschfin (1009-1106) eroberte das heutige Nordmarokko und Andalusien und machte Marrakesch zur Hauptstadt seines Reiches. Unter seinem Sohn Ali ibn Yusuf wurde die Stadt erheblich erweitert und die bis heute erhaltene Stadtmauer errichtet. Die Almohaden, eine religiöse Bewegung, die sich gegen die Almoraviden gebildet hatte, eroberten im 12. Jahrhundert Nordmarokko und schließlich im Jahr 1147 Marrakesch. Sie zerstörten sowohl religiöse als auch zahlreiche profane Bauten als Symbole der Almoraviden. Unter der Regentschaft der Almohaden wurde die berühmte Koutoubia-Moschee errichtet. Die nachfolgende Dynastie der Alawiden, der auch das heutige Herrscherhaus entstammt, wählte wiederum Fès als Regierungssitz. Seit 1950 hat sich die Bevölkerung durch natürliches Wachstum und Landflucht auf 963.000 im Jahr 2017 mehr als vervierfacht.
Die Medina (Altstadt) wurde 1985 zusammen mit den Agdal-Gärten und dem Menara-Garten zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Grund dafür ist die Vielzahl architektonisch bedeutender Gebäude, darunter die Koutoubia-Moschee aus dem Jahre 1158, die Kasbah aus dem 12. Jahrhundert und die Medrese Ben Youssef aus dem 14. Jahrhundert.
Die Hauptattraktion der Stadt ist der Djemaa el Fna (arabisch für „Versammlung der Toten“), ein mittelalterlicher Markt- und Henkersplatz, der heute ein lebendiger Ort orientalischer Geschichtenerzähler, Schlangenbeschwörer, Affenhalter und Gaukler ist. In der Neustadt befindet sich der Jardin Majorelle, der durch seine Pflanzenvielfalt und seine besondere Architektur besticht.
Die berühmten Souqs (Marktgassen), in denen Händler ihre Waren anbieten, sind beliebte Touristenattraktionen. Hier können landestypische Souvenirs wie Gewürze, bunte Tücher, Metall- und Lederwaren erworben werden. Manche werden noch vor Ort gefertigt.
Marrakesch: Die wichtigsten Fragen und Antworten (FAQ)
Wann ist die beste Reisezeit für Marrakesch?
Die beste Reisezeit für Marrakesch sind die Monate März bis Mai im Frühling sowie September bis November im Herbst.
Die Zeiten nach Klima:
– Frühling & Herbst: Die Temperaturen liegen tagsüber angenehm zwischen 24 °C und 28 °C. Das Wetter ist ideal für Stadtrundgänge, Besichtigungen und Ausflüge.
– Sommer (Juni bis August): Es wird extrem heiß mit Tagestemperaturen, die oft über 40 °C steigen. Mittagspusen im Schatten oder am Pool sind dann notwendig.
– Winter (Dezember bis Februar): Die Tagestemperaturen betragen milde 18 °C bis 20 °C mit viel Sonnenschein, allerdings kühlen die Nächte stark ab (teilweise unter 5 °C).
Empfehlungen nach Reisezweck:
– Für Sightseeing & Kultur: Der Frühling (April/Mai) und der Herbst (Oktober/November) bieten die perfekten Bedingungen ohne große Hitze.
– Für Preisbewusste: Die Wintermonate sind ruhiger und oft günstiger, erfordern aber warme Kleidung für die abendlichen Stunden.
Wie kleidet man sich am besten in Marrakesch?
In Marrakesch kleidet man sich am besten locker, luftig und bedeckt, um Respekt vor der islamischen Kultur zu zeigen und sich vor der Hitze zu schützen.
Hier sind die Grundregeln für die Kleidung:
– Schultern und Knie bedecken: Tragen Sie Hosen oder Röcke, die mindestens bis über die Knie reichen, sowie Oberteile, die die Schultern verhüllen.
– Lockerer Schnitt: Weite, luftige Kleidung (wie Maxiröcke, Leinenhosen oder weite Hosen) klebt bei Hitze nicht am Körper und hält oft kühler als enge Kleidung.
– Ein vielseitiger Schal: Ein leichtes Tuch oder ein Schal ist ideal, um schnell die Schultern zu bedecken oder den Kopf vor der Sonne zu schützen.
– Schuhe: Bequeme, flache Schuhe oder Turnschuhe sind Pflicht für die unebenen Gassen der Medina (Altstadt).
Tipps nach Geschlecht:
– Für Frauen: Vermeiden Sie zu tiefe Dekolletés, bauchfreie Tops oder sehr kurze Shorts. Fließende Kleider im Sommer oder Tuniken sind praktisch. Ein lockerer Schal hilft zudem, unerwünschte Blicke zu reduzieren.
– Für Männer: Kurze Hosen bis zum Knie sind meist in Ordnung, Tanktops oder das Oberteil ganz wegzulassen sollten Sie in der Stadt jedoch vermeiden. Lange Shorts oder leichte Hosen sind respektvoller.
Wie viele Tage sollte man für Marrakesch einplanen?
Für eine Reise nach Marrakesch sind drei bis vier Tage ideal.
Zwei Tage sind das absolute Minimum, um einen kurzen Eindruck von der Altstadt zu gewinnen. Die Zeit reicht für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie den Marktplatz Jemaa el-Fnaa und die Koutoubia-Moschee, allerdings ist es sehr stressig.
Drei Tage sind die perfekte Dauer für den ersten Besuch. Sie haben genug Zeit für die Medina, die Souks, prachtvolle Paläste (wie den Bahia-Palast) und schöne Gärten (wie den Majorelle-Garten).
Vier bis fünf Tage: Ideal, wenn Sie entspannen möchten oder einen Tagesausflug planen, zum Beispiel ins Ourika-Tal, ins Atlasgebirge oder in die Wüste, um einen Sonnenuntergang zu erleben.
Was kostet ein Urlaub in Marrakesch?
Für sieben Tage in Marokko benötigen Sie je nach Reisestil vor Ort etwa 210 bis 900 EUR pro Person (ohne internationale Flüge).
Je nach Abflughafen in EURpa kommen noch etwa 50 bis 300 EUR für den Hin- und Rückflug hinzu.
Budget nach Reisestil (pro Person für sieben Tage):
– Backpacker/Sparsam: ca. 210 bis 300 EUR (30 bis 43 EUR pro Tag)
– Übernachtung in Hostels oder einfachen Riads
– Essen an Streetfood-Ständen und in einfachen Lokalen
– Fortbewegung mit Bussen und Sammeltaxis (Grand Taxis)
– Mittelklasse: ca. 350 bis 700 EUR (50 bis 100 EUR pro Tag)
– Übernachtung in schönen, privaten Riads oder Mittelklassehotels
– Essen in normalen Restaurants (z. B. Tajine für ca. 5 bis 10 EUR)
– Nutzung von Zügen (1. Klasse) oder gelegentlich von Mietwagen/Taxis
– Inklusive kleinerer Eintritte oder geführter Touren
– Luxus: ca. 1.050 bis 2.500+ EUR (150 bis 350+ EUR pro Tag)
– Übernachtung in 4- bis 5-Sterne-Hotels oder Luxus-Riads
– gehobene Restaurants und privater Transport/Mietwagen
– Inklusive privater Wüstentouren und Aktivitäten
– Haben Sie vor Ort immer etwas Bargeld in marokkanischen Dirham (MAD) dabei. für Taxis, Märkte (Souks) und Trinkgelder dabei, da Kartenzahlung außerhalb großer Hotels nicht überall möglich ist.
Touristische Höhepunkte
Der Marktplatz Djemaa el Fna, auf dem Gaukler, Schlangenbeschwörer und Wahrsager ihr Können zeigen, ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und verzaubert mit seinem bunten Treiben.
Die reich verzierte Koutoubia-Moschee aus dem 12. Jahrhundert ist eine der ältesten Moscheen Marokkos und das Wahrzeichen von Marrakesch. Bestaunen Sie den prächtigen Bahia-Palast mit seinen kunstvollen Mosaiken und Arabesken. Farbenprächtige Mosaike, imposante Moscheen und quirlige Bazare – Marrakesch, die Wüstenstadt Marokkos, gleicht einem orientalischen Märchen. Tagsüber können Sie durch die dichten Marktgassen schlendern und türkis-blaue Mosaike bewundern, abends genießen Sie auf den Dachterrassen der Stadt bei Kerzenschein das Flair des Orients.
Das Karminrot der Häuser strahlt gegen den tiefblauen Himmel, im Hintergrund erhebt sich das mächtige Atlasgebirge. Marrakesch bezaubert durch einzigartige Lichtspiele.
In der Medina lässt es sich in sogenannten Riads authentisch wohnen. Die Hotels mit ihren romantisch-orientalischen Innenhöfen sind meist für jedermann zugänglich und auch ohne Übernachtung einen Besuch wert. Bei einem frischen, herb-süßen Pfefferminztee, dem Nationalgetränk Marokkos, sind die Riads der perfekte Ort, um den wuseligen Souqs zu entkommen.
In der marokkanischen Küche schmeckt alles wunderbar salzig und süß zugleich. Klassisch sind die Nationalgerichte aus der Tajine. Wer in Marrakesch wie die Einheimischen essen möchte, bestellt einen Tajine-Eintopf mit Lamm, Pflaumen und Mandeln.
Die Marktgassen in den Souqs sind eng und verwinkelt. Es ist voll und laut. Aber vergessen Sie das Handeln nie. Am besten immer mit der Hälfte dessen, was Sie zu zahlen bereit sind, kontern. Arbeiten Sie sich dann langsam zu einem akzeptablen Preis hoch.
Eine blühende Oase im Zentrum ist der Jardin Majorelle. Er wurde in den 1920er-Jahren von dem französischen Maler Jacques Majorelle entworfen und später bewohnte ihn der Designer Yves Saint Laurent. Ein besonderes Highlight ist das kobaltblaue Atelier.
In Marrakesch gibt es eine Reihe verschiedener Museen. Zu den wichtigsten gehören das Musée de Marrakech mit seiner Kunst-, Keramik- und Münzsammlung, das archäologische Islamische Kunstmuseum und das Dar-Si-Said-Museum mit Exponaten zur Kunst und Kultur der Berber. Weitere Museen sind das Haus der Fotografie von Marrakesch, das Museum der Telekommunikation, das Palmeraie-Museum für zeitgenössische Kunst, das Musée de l’Art de Vivre, das Musée Boucharouite, das Musée Tiskiwin, das Yves-Saint-Laurent-Museum sowie die Paläste Bahia und El Badi (Teilruine). 2018 eröffnete mit dem Museum of African Contemporary Art Al Maaden (MACAAL) das erste Museum für Gegenwartskunst in Marokko in Marrakesch.
Seit den 1960er Jahren haben sich in Marrakesch viele Künstler und deren Mäzene niedergelassen. Hierzu gehören insbesondere Modedesigner wie Yves Saint Laurent, Arndt von Bohlen und Halbach sowie Henriette von Auersperg. Im Oktober 2017 wurde das neue Museum von Yves Saint Laurent in der Nähe des Jardin Majorelle eröffnet. Dort sind viele seiner berühmten Exponate zu sehen.
Jedes Jahr im Januar wird der Marrakesch-Marathon (Marathon International de Marrakech) ausgetragen.
Zudem finden jährlich das Festival National des Arts Populaires de Marrakech und das Festival International du Film de Marrakech statt.