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Allgemeine Informationen

Die Cheops-Pyramide ist das älteste und größte dieser Bauwerke. Sie wurde um 2560 v. Chr. für den Pharao Cheops (Chufu) errichtet. In der Cheops-Pyramide sind schätzungsweise 2,3 Millionen einzelne Steinblöcke verbaut, die im Durchschnitt jeweils rund 2.500 Kilogramm wiegen. Die Pyramide war fast 4.000 Jahre lang das höchste von Menschen errichtete Gebäude der Welt.
Die Chephren-Pyramide ist die zweitgrößte Pyramide auf dem Gizeh-Plateau. Sie wurde für den Pharao Chephren (Khafre) erbaut und war ursprünglich etwa 143,5 Meter hoch, heute sind es noch 136,4 Meter. Sie steht südlich der Cheops-Pyramide, wirkt aufgrund ihrer höheren Lage und steileren Neigung jedoch größer. An ihrer Spitze ist noch ein Teil der ursprünglichen Verkleidung erhalten. Die Chephren-Pyramide wurde während der 4. Dynastie um ca. 2570 v. Chr. erbaut und ihre Errichtung dauerte schätzungsweise etwa 20 Jahre, entsprechend der Regierungszeit des Pharaos.
Die kleinste der drei Pyramiden ist die des Pharaos Mykerinos. Er regierte von etwa 2532 bis 2503 v. Chr. Die Mykerinos-Pyramide war ursprünglich 65 Meter hoch und ist damit nicht einmal halb so hoch wie die beiden anderen Pyramiden. Ihre Seiten sind 102,2 m × 104,6 m lang, ihre mittlere Basislänge beträgt 103,4 m. Die zugehörigen Tal- und Totentempel sind nicht mehr vollständig erhalten. Im Museum von Kairo sind heute die Statuengruppen des Mykerinos ausgestellt, die im Taltempel gefunden wurden. An der Südseite befinden sich drei Königinnenpyramiden, von denen zwei als Stufenpyramiden ausgeführt waren.
Südöstlich der Chephren-Pyramide, in der Nähe der großen Sphinx, befindet sich das auch als „vierte Pyramide von Gizeh“ bezeichnete Grab der am Ende der 4. Dynastie regierenden Königin Chentkaus I., das erst 1932 erforscht wurde. Es hat den Charakter einer zweistufigen Stufenpyramide und wurde ursprünglich für eine unvollendete Pyramide gehalten. Die erste Stufe misst 45,8 m × 45,5 m und besteht aus einem Felsquader, der in den lokalen Steinbrüchen stehen gelassen wurde. Darauf erhebt sich die gemauerte, mastabaähnliche zweite Stufe. Das Bauwerk war wie die großen Pyramiden mit Kalkstein verkleidet und erreicht eine Höhe von 17 Metern.

Die 73 Meter lange Skulptur des Sphinx nördlich des Taltempels und des Aufweges des Chephren wurde aus dem anstehenden Fels gehauen. Ihr Kopf ist von einem Nemes-Kopftuch mit Uräus-Schlange an der Stirn bedeckt. Zwischen den Vorderpranken steht die Traumstele des Thutmosis IV.

Das neue Ägyptische Museum (Grand Egyptian Museum) wurde am 1. November 2025 offiziell eröffnet und gilt als eines der größten und modernsten archäologischen Museen der Welt. In unmittelbarer Nähe der Pyramiden von Gizeh erhebt es sich markant über das Wüstenplateau. Seine beeindruckende Sammlung von über 100.000 Originalartefakten, darunter monumentale Skulpturen, kunstvoll gearbeitete Alltagsgegenstände und die weltberühmten Schätze Tutanchamuns, macht die Geschichte Ägyptens auf faszinierende Weise greifbar.

Die Anordnung der Pyramiden und ihre Schatten wirkten wie eine riesige Sonnenuhr, die den Ägyptern half, das Sonnenjahr und die Jahreszeiten zu verfolgen.
Alle drei großen Pyramiden sind exakt nach den vier Himmelsrichtungen (Nord, Süd, Ost, West) ausgerichtet.
Ursprünglich waren die Pyramiden mit einer glatten, weißen Kalksteinverkleidung überzogen (die unteren 16 Lagen der Mykerinos-Pyramide mit Rosengranit), die jedoch im Mittelalter abgetragen wurde, um andere Gebäude zu errichten.
Entgegen hartnäckigen Mythen wurden die Pyramiden wahrscheinlich nicht von Sklaven, sondern von bezahlten Handwerkern und Arbeitern gebaut, die in nahegelegenen Dörfern lebten. Reste von Hafenanlagen und befestigten Ufern im Boden östlich der Pyramiden sind ein Indiz dafür, dass die Steinquader aus den Steinbrüchen per Schiff den Nil hinab zu den Pyramiden transportiert wurden. Vermutlich waren diese Transporte zumindest während des jährlichen Nil-Hochwassers möglich.
Mit dem Ägyptenfeldzug Napoleons von 1798 bis 1799 begann die wissenschaftliche Erforschung der Pyramiden. Sie beeinflusste den europäischen Empire-Stil. Unter der Leitung von Auguste Mariette fanden 1860 Ausgrabungen statt.
Unter den Pyramiden von Gizeh befindet sich ein Netzwerk aus bekannten unterirdischen Grabkammern und Schächten sowie gelegentlich entdeckten kleineren Hohlräumen. Von einer spektakulären „unterirdischen Stadt“ oder riesigen Säulenhallen, wie sie oft im Internet behauptet wird, ist wissenschaftlich jedoch nichts bewiesen.

Die 3 Großen Pyramiden von Gizeh
Die 3 Großen Pyramiden von Gizeh

Pyramiden von Gizeh: Die wichtigsten Fragen und Antworten (FAQ)

Wie alt sind die Pyramiden von Gizeh?

Die Großen Pyramiden von Gizeh sind tatsächlich rund 4.500 Jahre alt (und nicht, wie manchmal behauptet wird, 10.000 oder gar 20.000 Jahre) und wurden zwischen 2560 und 2500 v. Chr. erbaut.
Sie sind das einzige noch erhaltene Weltwunder der Antike.
Die ägyptischen Pyramiden entstanden in der 4. Dynastie des Alten Reiches.

Kann man die Pyramiden von Gizeh besteigen?

Seit Anfang der 1980er Jahre ist das Erklettern der Pyramiden verboten und wird strafrechtlich verfolgt. Früher war das Klettern bei Touristen beliebt. Das Verbot wird mit Sicherheitsmaßnahmen für die Touristen und dem Denkmalschutz begründet. Bei Missachtung des Verbots können Einreiseverbote und Gefängnisaufenthalte die Folge sein.
2007 wurde die schon 2002 errichtete Mauer um das Pyramidenareal zeitweise geschlossen. Die durch den Besichtigungseintritt erlösten Einnahmen gehen an die ägyptische Regierung.
Hingegen kann man in bestimmte Pyramiden hineingehen, allerdings benötigt man dafür ein spezielles Extra-Ticket.