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Allgemeine Informationen

Angkor ist eine Region nahe der kambodschanischen Stadt Siem Reap, die vom 9. bis zum 15. Jahrhundert das Zentrum des historischen Khmer-Königreichs Kambuja (auch Khmer-Reich oder Reich der Khmer genannt) bildete. Das Khmer-Wort អង្គរ (Ângkôr) bedeutet wörtlich „Stadt“.
Weltbekannt wurde Angkor durch die noch heute sichtbaren Zeugnisse der Baukunst der Khmer in Form einzigartiger Tempelanlagen, allen voran der Angkor Wat, der größte Tempelkomplex der Welt.

Auf einer Gesamtfläche von mehr als 200 km² wurden nacheinander mehrere Hauptstädte errichtet, in deren Zentrum jeweils ein großer Haupttempel stand. Bislang wurden bereits mehr als 1.000 Tempel und Heiligtümer unterschiedlicher Größe entdeckt. Es wird vermutet, dass im Großraum von Angkor am Höhepunkt des historischen Königreichs bis zu einer Million Menschen auf einer Fläche von etwa 1.000 km² gelebt haben könnten.
Aus Kambuja selbst – und somit auch der Region Angkor – sind außer Inschriften an Säulen keine schriftlichen Aufzeichnungen erhalten geblieben. Das heutige Wissen über die historische Khmer-Zivilisation stammt daher vor allem aus archäologischen Ausgrabungen, Rekonstruktionen und Untersuchungen sowie Inschriften an Säulen und auf Steinen in den Tempelanlagen. In diesen wird von den politischen und religiösen Taten der Könige berichtet. Weitere Quellen sind Reliefs an einer Reihe von Tempelwänden, die Kriegszüge, das Leben am Königshof, Marktszenen und den Alltag der Bewohner darstellen, sowie Berichte und Chroniken chinesischer Diplomaten, Händler und Reisender.

Jayavarman II. gilt als Gründervater des Khmer-Reiches von Angkor. (8. bis 9. Jahrhundert). Er ist möglicherweise identisch mit einem Herrscher, der von Historikern als Jayavarman I. oder Jayavarman Ibis bezeichnet wird und durch Inschriften aus den Jahren 770 und 781 belegt ist. Dieser heiratete in eine lokale Herrscherfamilie der Angkor-Region ein. Dies geht aus den Inschriften der Tempel Preah Ko aus dem Jahr 880 und Bakong aus den Jahren 881/82 hervor. Jayavarman II. selbst hat keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen.

Der Haupttempel der Stadt wurde auf dem etwa 60 m über der Ebene von Angkor liegenden Phnom Bakheng erbaut. Unter Yasovarman I. wurde auch der Östliche Baray (Yasodharatataka), ein gewaltiges Wasserreservoir mit einer Länge von 7,5 km und einer Breite von 1,8 km, angelegt. Unter späteren Herrschern wurden neue Tempel errichtet, von denen Banteay Srei (eingeweiht im Jahr 967) als einer der schönsten und kunstvollsten von Angkor gilt. Ein weiteres bedeutendes Bauwerk ist Ta Keo, der erste Tempel Angkors, der vollständig aus Sandstein errichtet wurde.
Später begann man mit dem Bau des Westlichen Baray, des zweiten und noch größeren Wasserreservoirs (8 km × 2,2 km). Mit einer Wassertiefe von 2 bis 3 Metern hatte es ein Fassungsvermögen von 40 Millionen Kubikmetern. Die künstliche Bewässerung erlaubte drei Ernten pro Jahr mit einem Ertrag von schätzungsweise 2,5 Tonnen Reis pro Hektar. Zum Vergleich: Im Mittelalter erntete man in Europa ca. 0,3 t Getreide pro Hektar.
Unter der Regentschaft von Suryavarman II. wurde in einer Bauzeit von 37 Jahren der größte Tempel Angkors erbaut: der dem Gott Vishnu geweihte Angkor Wat.

Unter der Regentschaft von Jayavarman VII. entstand die heute als Angkor Thom (wörtlich: „Große Stadt“) bekannte neue Hauptstadt. Im Zentrum ließ der dem Mahayana-Buddhismus angehörende König als Haupttempel den Bayon mit seinen 49 Türmen, die meterhohe, aus Stein gehauene Gesichter des Bodhisattva Lokeshvara zeigen, errichten. Weitere wichtige Tempel, die unter Jayavarman VII. gebaut wurden, sind Ta Prohm, Banteay Kdei, Neak Pean und das Wasserreservoir Srah Srang. Daneben wurde ein umfangreiches Straßennetz angelegt, das alle Städte des Reiches verband. Entlang dieser Straßen entstanden 121 Rasthäuser für Händler, Beamte und Reisende.
In späteren Zeiten wurden keine großen Tempelanlagen mehr errichtet. Historiker vermuten, dass dies mit der Tatsache zusammenhängt, dass die Könige nun Theravada-Buddhisten waren und somit keine Notwendigkeit mehr sahen, den Göttern, unter deren Schutz sie standen, riesige Tempel zu errichten. Der Niedergang der Stadt Angkor war vor allem eine Folge der Verschiebung der wirtschaftlichen – und damit politischen – Bedeutung, da Phnom Penh zu einem wichtigen Handelszentrum am Mekong wurde. Später wurde der Königshof für kurze Zeit wieder nach Angkor verlegt.

Tempel in Angkor Wat
Tempel in Angkor Wat

Angkor Wat: Die wichtigsten Fragen und Antworten (FAQ)

Wie lange sollte man für Angkor Wat einplanen?

Für einen ersten Besuch von Angkor Wat und den umliegenden Tempelanlagen sind zwei bis drei Tage ideal.
Ein Tag (Kompakt) reicht nur für einen schnellen Überblick über die absoluten Hauptattraktionen wie den Haupttempel Angkor Wat, Angkor Thom und den Ta-Prohm-Tempel. Das Programm ist sehr anstrengend und von Hitze geprägt.
Zwei Tage (empfohlen für Eilige): Perfekt, um die klassische kleine Runde (Small Circuit) und wichtige, weiter entfernte Tempel ohne extremen Stress zu sehen. Dafür ist das 3-Tages-Ticket ideal.
Drei Tage (ideal und ausgiebig): Ermöglicht entspannte Touren im eigenen Tempo, den Small Circuit und den Grand Circuit sowie abgelegenere Tempel wie Banteay Srei.
Es gibt Ein-Tages-, Drei-Tages- und Sieben-Tages-Tickets. Für zwei volle Tage lohnt sich das 3-Tages-Ticket (aktuell 62 USD), da es Flexibilität bietet. Ein privater Fahrer mit Tuk-Tuk oder Auto ist vor Ort die bequemste Wahl. Kleidung: Knie und Schultern sollten bedeckt sein (Sonne und Moskitos).

Wann ist die beste Reisezeit für Angkor Wat?

Die beste Reisezeit für Angkor Wat ist von November bis März, da in dieser Zeit Trockenzeit herrscht.
Die Jahreszeiten im Überblick:
– November bis Februar (kühlere Trockenzeit): Angenehme Temperaturen, viel Sonnenschein und geringe Luftfeuchtigkeit.
Das Wetter ist perfekt für lange Erkundungstouren durch die Tempelanlagen. Dies ist jedoch die Hauptsaison mit den meisten Touristen.
– März bis Mai (heißer Frühling): Extrem heiß mit Temperaturen von teils über 40 °C. Die Hitze und hohe Schwüle machen das Besichtigen der Steine jedoch sehr anstrengend.
– Juni bis Oktober (Regenzeit/Monsun): Häufige tropische Regenfälle, meist als kurze, heftige Schauer am Nachmittag oder Abend. Dafür sind weniger Besucher vor Ort, die Preise sind günstiger und die Natur ist wunderschön und saftig grün.

Was kostet der Eintritt in Angkor Wat?

Ein Tagesticket für den Archäologischen Park Angkor kostet 37 US-Dollar.
Es gibt drei offizielle Ticketarten (Angkor-Pass), die über das Angkor Enterprise Ticket Office oder vor Ort erhältlich sind.
– 1-Tages-Pass: 37 US-Dollar (nur am Besuchsdatum gültig)
– 3-Tages-Pass: 62 US-Dollar (innerhalb von zehn Tagen flexibel an drei Tagen nutzbar)
– 7-Tages-Pass: 72 US-Dollar (innerhalb eines Monats flexibel an sieben Tagen nutzbar).
Von jedem Ticket gehen zwei US-Dollar als Spende an das Kantha-Bopha-Kinderkrankenhaus.
Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt (bitte Ausweis mitbringen).
Die Tickets können vor Ort mit Bargeld (US-Dollar; nicht Euro!) oder Kreditkarte gekauft werden.
Kambodscha ist im Vergleich zu Europa sehr günstig und gehört zu den preiswerteren Reiseländern in Südostasien.

Wer hat Angor Wat erbaut?

Angkor Wat wurde zwischen 1113 und 1150 von dem Khmer-König Suryavarman II. erbaut. Er ließ die riesige Tempelanlage im heutigen Kambodscha als hinduistisches Heiligtum für den Gott Vishnu sowie als sein eigenes Mausoleum errichten.
Die Bauzeit betrug ca. 37 Jahre. Ursprünglich war es ein hinduistischer Tempel, der später auch buddhistisch genutzt wurde.

Informationen zum Erkunden des Reiseziels Angkor Wat

Angkor Wat in Kambodscha gilt als das größte religiöse Bauwerk der Welt und wird oft als das „achte Weltwunder“ bezeichnet.
Die Anlage aus dem 12. Jahrhundert erstreckt sich über riesige Flächen und war das Herz des mächtigen Khmer-Reiches. Die fünf markanten Türme symbolisieren den heiligen Berg Meru, das Zentrum des hinduistischen Kosmos. Das Bauwerk wurde vor rund 900 Jahren komplett ohne Maschinen aus Millionen von Sandsteinblöcken errichtet. Wände und Gänge sind mit tausenden detailreichen Reliefs überzogen, die Mythen und die Geschichte der Khmer erzählen.

Vierhundert Jahre nach der Wiederentdeckung von Angkor Wat durch portugiesische Seefahrer verpackten europäische Forscher, Abenteurer und Händler Statuen, Bronzeskulpturen sowie herausgebrochene Stücke von Reliefs in Kisten und verschifften sie nach Europa. Dort landeten sie in Museen und privaten Sammlungen. Heute finden sich in Angkor nur noch sehr wenige Statuen an ihrem ursprünglichen Platz. Alles, was nicht gestohlen wurde, befindet sich in den Archiven der lokalen Archäologen oder im Staatsmuseum in Phnom Penh, um auch diese letzten Stücke zu schützen.

Nach dem Ende des Bürgerkriegs in Kambodscha in den 1990er Jahren ging ein stetiger Zuwachs internationaler Touristen, die Angkor besuchen, einher, was in der Folge zu einem massiven Ausbau der touristischen Infrastruktur führte. In der nahegelegenen Stadt Siem Reap wurden alte Hotels aus dem frühen 20. Jahrhundert wiedereröffnet und eine große Zahl neuer Hotels errichtet. Diese decken mittlerweile das gesamte touristische Spektrum ab, von Luxushotels bis zu einfachen Zimmern. Der Aufschwung des Tourismus in der Region Angkor ist eng verbunden mit dem Flughafen Siem Reap-Angkor.
Im Jahr 2018 besuchten 2,59 Millionen Touristen die Tempelanlagen von Angkor Wat, 2019 waren es 2,2 Millionen Besucher, davon jeweils circa 40 Prozent aus China. Aus Deutschland kamen im Jahr 2019 über 61.000 Besucher, die mindestens ein Eintagesticket kauften.

Skulpturen am Bayon in Angkor Wat
Skulpturen am Bayon in Angkor Wat