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Allgemeine Informationen

Die Gesamtlänge der Chinesischen Mauer beträgt offiziell 21.196 Kilometer. In dieser Zahl sind alle bekannten Abschnitte, Gräben, natürlichen Barrieren und Verzweigungen aus verschiedenen Dynastien enthalten. Der berühmteste und am besten erhaltene Teil aus der Ming-Dynastie allein misst etwa 8.850 Kilometer.
Die Wände sind meist 5 bis 17 Meter hoch und 4 bis 10 Meter breit. Daraus ergibt sich, dass die Große Mauer, anders als ein weit verbreitetes Gerücht besagt, nicht aus dem Weltall zu sehen ist.

Die Chinesische Mauer ist das längste von Menschen errichtete Bauwerk der Erde und wurde am 7. Juli 2007 offiziell zu einem der neuen sieben Weltwunder gewählt. Bereits 1987 wurde die Große Mauer in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Die Chinesische Mauer diente in erster Linie als militärische Grenzbefestigung, um das chinesische Kaiserreich vor Angriffen nomadischer Reitervölker und Invasoren aus dem Norden, wie den Xiongnu oder den Mongolen, zu schützen. Die integrierten Wachtürme ermöglichten es den Soldaten, Gefahren schnell zu erkennen und per Rauch- oder Feuersignal über weite Strecken weiterzuleiten. Die Mauer diente in erster Linie zur Kontrolle von Einwanderung, Migration und dem Personenverkehr an der Grenze, aber auch zum Schutz von Handelswegen wie der Seidenstraße im Westen und zur Erhebung von Zöllen. Darüber hinaus war sie stets ein politisches Symbol und eine Demonstration von Macht, Stärke und der organisatorischen Fähigkeit des chinesischen Staates.

Die Chinesische Mauer wurde in unterschiedlichen Abschnitten mit verschiedenen Bautechniken errichtet. Die breiten, begehbaren Mauern im Norden Pekings aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts sind ikonisch und haben die Vorstellung von der Chinesischen Mauer maßgeblich geprägt. Sie sind zu einem Sinnbild Chinas geworden. In anderen Abschnitten, besonders im Westen, wurde die Befestigung hingegen oftmals aus festgeklopftem Lehm erbaut.

Nachdem sich herausgestellt hatte, dass die eigentliche „Große Mauer“ viel jüngeren Datums ist als zunächst angenommen und ältere Bollwerke anders verlaufen, ist es in China üblich geworden, alle im Norden des Landes errichteten längeren Grenzbefestigungen durch Wälle und Mauern zusammenfassend als Große Mauer zu bezeichnen – auch wenn für die einzelnen Befestigungen historisch andere Begriffe in Gebrauch waren. Im Englischen wird dies als „Great Wall“ übersetzt, was nun für alle ehemaligen Grenzbefestigungen im Norden Chinas steht. Im Deutschen wird auch der Begriff Chinesische Mauer für all diese Grenzbefestigungen verwendet.

Die Große Mauer in China
Die Große Mauer in China

Große Chinesische Mauer: Die wichtigsten Fragen und Antworten (FAQ)

Wie lange braucht man, um die Große Chinesische Mauer entlang zu laufen?

Für einen einzelnen, ca. zwei bis vier Kilometer langen Abschnitt der Chinesischen Mauer, wie etwa Mutianyu oder Badaling, benötigt man auf gut ausgebauten Wegen ein bis drei Stunden für den Spaziergang. Die Gesamtlänge der Mauer zu Fuß zu erkunden, würde hingegen mehrere Monate bis über ein Jahr dauern.
Würde man die gesamte Chinesische Mauer ununterbrochen ablaufen, bräuchte man bei schnellem Gehen mehrere tausend reine Gehstunden. In der Praxis (mit Pausen, schlechten Wegstrecken und Umwegen) planen extreme Weitwanderer dafür 6 bis 18 Monate ein.

Was kostet der Eintritt zur Chinesischen Mauer?

Der reine Eintritt zur Chinesischen Mauer (zum Beispiel an den beliebten Abschnitten Mutianyu oder Badaling) kostet pro Person 45 Yuan (ca. 5 bis 6 Euro).
Da die Abschnitte groß sind und oft in den Bergen liegen, kommen meist noch Kosten für den Transport und die Seilbahnen hinzu.
Zusatzkosten im Überblick (Beispiel Mutianyu):
– Shuttlebus (Pflicht vom Eingang zur Mauer): 15 Yuan (ca. 1,90 Euro) für Hin- und Rückfahrt.
– Seilbahn oder Sessellift/Rodelbahn: 100 Yuan (ca. 12,70 Euro) für eine einfache Fahrt oder 140 Yuan (ca. 17,80 Euro) für das Hin- und Rückfahrtticket. Ermäßigungen: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Studierende zahlen oft einen ermäßigten Eintritt von ca. 25 Yuan.

Welcher Abschnitt der Chinesischen Mauer ist der schönste?

Unter Fotografen und Wanderern gilt der Jinshanling-Abschnitt als der schönste Teil der Chinesischen Mauer. Er bietet eine perfekte Mischung aus restaurierten und ursprünglich wilden Bereichen sowie spektakuläre Ausblicke auf die Berglandschaft. Er ist ideal für Aktiv-Reisende und Fotografie-Fans. Die Entfernung ab Peking beträgt ca. 2,5 bis 3 Stunden.
Welcher Abschnitt für Sie der beste ist, hängt jedoch stark von Ihren persönlichen Wünschen ab.
Die besten Abschnitte im Überblick:
Mutianyu (der beliebteste und familienfreundlichste): vollständig restauriert, von viel Grün umgeben und mit Seilbahn sowie einer Sommerrodelbahn ausgestattet. Geeignet für Erstbesucher und Familien mit Kindern. Entfernung ab Peking: ca. 1,5 bis 2 Stunden.
Badaling (der berühmteste und prächtigste): Sehr gut ausgebaut, aber extrem stark von Touristen besucht. Geeignet für Reisende mit wenig Zeit oder eingeschränkter Mobilität. Entfernung ab Peking: ca. 1 bis 1,5 Stunden.
Jiankou (der wildeste und abenteuerlichste): Komplett unrestauriert, steil und verfallen in wilder Natur. Er ist nur für erfahrene Wanderer mit guter Fitness zu empfehlen und sollte nur mit Guide besucht werden.

Wie lange brauchte man zum Bau der Chinesischen Mauer?

Die Bauzeit der Chinesischen Mauer erstreckte sich über einen Zeitraum von etwa 2.000 bis 2.500 Jahren.
Die ersten kleineren Schutzwälle und Mauern entstanden bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. während der Frühlings- und Herbstperiode sowie der Zeit der Streitenden Reiche.
Nach der Einigung Chinas ließ Kaiser Qin Shi Huangdi ab 221 v. Chr. die bestehenden Mauern zu einem einheitlichen Verteidigungssystem verbinden.
In den folgenden Jahrhunderten bauten fast alle großen Dynastien – insbesondere die Han- und die Tang-Dynastie – weiter an dem System, um sich vor Nomadenvölkern zu schützen.
Der heute bekannteste und am besten erhaltene Teilkomplex wurde hauptsächlich während der Ming-Dynastie (1368–1644 n. Chr.) errichtet. Die intensivste Bauphase dieses Abschnitts dauerte fast 200 Jahre.

Wann ist die beste Zeit zum Besuch der Chinesischen Mauer?

Die beste Reisezeit für die Chinesische Mauer sind die Monate April bis Mai (Frühling) sowie September bis November (Herbst).
Frühling (April bis Mai):
Wetter: Angenehme Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad, ideal zum Wandern.
Landschaft: Die Natur erwacht zum Leben, Bäume blühen.
Im März kann es vermehrt zu Wind und Staubstürmen kommen.
Herbst (September bis November):
Wetter: Meist trocken, klarer Himmel und milde Temperaturen.
Landschaft: Im Oktober/November färben sich die Wälder bunt (Gold- und Ockertöne).
Wann man die Mauer meiden sollte:
Die erste Oktoberwoche (Goldene Woche zum Nationalfeiertag) ist extrem voll. Diesen Zeitraum solltest du meiden.
Sommer (Juni bis August): Große Hitze über 30 Grad, hohe Luftfeuchtigkeit und viele Regenfälle.
Winter (Dezember bis Februar): Sehr kalt (unter null Grad), aber dafür kaum Besucher.

Informationen zum Erkunden des Reiseziels Große Chinesische Mauer

Unser Tipp: Genießen Sie das imposante Bauwerk der Großen Chinesischen Mauer am frühen Abend zum Sonnenuntergang, wenn die meisten Touristen bereits in ihre Hotels zurückgekehrt sind.
Der Besuch der Mauer erfolgt meistens ab Peking, so dass Sie diese Stadt auf jeden Fall gebührend kennenlernen sollten. Dazu ein weiteres Highlights Chinas: die glitzernde Metropole Shanghai oder eine Kreuzfahrt am dem Gelben Fluss Yangtze – hierzu haben wir mehrere tolle China-Reisen im Angebot.

Wanderung auf der Großen Mauer
Wanderung auf der Großen Mauer