Borobudur
Die größte buddhistische Tempelanlage
Allgemeine Informationen
Standort: Zentraljava (Indonesien), etwa 25 Kilometer nordwestlich der Stadt Yogyakarta.
Geschichte: Errichtet im 8. und 9. Jahrhundert (ca. 750-850 n. Chr.) unter der Sailendra-Dynastie, die Anhänger des Mahayana-Buddhismus waren.
Als sich das Machtzentrum Javas im 10. und 11. Jahrhundert in den Osten der Insel verlagerte, geriet die Anlage in Vergessenheit und wurde von vulkanischer Asche, mehreren Erdbeben und wuchernder Vegetation begraben. 1814 wurde durch Thomas Stamford Raffles, den damaligen britischen Gouverneur Javas, der auf seiner Reise nach Semarang einen Bericht erhalten hatte, demzufolge in der Gegend von Bumisegoro ein großes Monument existierte, wiederentdeckt. Seit seiner Entdeckung durch Raffles wurde der Borobudur mehrmals restauriert.
Die Restaurierungsarbeiten begannen im Jahr 1905. Bis 1911 war der Borobudur in einem besseren Zustand: Zahlreiche Stupas waren wiederhergestellt und die Mauern sowie Bodenplatten begradigt worden. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass die großangelegte Freilegung des Monuments ohne gleichzeitige Sicherungsmaßnahmen ihm auf lange Sicht mehr geschadet als genutzt hat.
Im Jahr 1955 legte die indonesische Regierung der UNESCO einen neuen Plan zur Rettung des Borobudur und weiterer Tempelanlagen vor. Die indonesische Regierung stellte einen Teil der benötigten Gelder selbst bereit. 1973 startete der indonesische Staatspräsident offiziell die Restaurierungsmaßnahmen. Im Jahr 1983, genau zehn Jahre später, waren die Arbeiten schließlich abgeschlossen und der Borobudur der Öffentlichkeit wieder zugänglich.
Im November 2010 wurde eine große Aktion zur Säuberung der Tempelanlagen von saurer Asche nach einem Ausbruch des Vulkans Merapi durchgeführt.
Architektur: Eine kolossale Stufenpyramide mit neun übereinanderliegenden Terrassen auf der quadratischen Basis von 123 Metern Länge., geschmückt mit über 500 Buddha-Statuen und zahlreichen Reliefs. Von jeder Seite führen Fluchten aus Stufen und Aufgängen zur Spitze der Stufenpyramide.
Von außen erinnert der Borobudur an einen gemauerten Hügel. Er besteht aus sechs quadratischen Ebenen, drei kreisförmigen Terrassen und einem zentralen Stupa, der die Spitze bildet.
An den Wänden der vier sich stufenartig verjüngenden Galerien befinden sich Flachreliefs mit einer Gesamtlänge von über fünf Kilometern. Sie beschreiben das Leben und Wirken Buddhas. Darüber liegen drei sich konzentrisch verjüngende Terrassen mit insgesamt 76 Stupas, die den Hauptstupa mit einem Durchmesser von fast elf Metern umrahmen.
Die stufenförmige Pyramide stellt im Buddhismus den Weg zur Erleuchtung dar und symbolisiert das stufenweise Aufsteigen aus der irdischen Welt bis ins Nirwana.
Der Borobudur ist reich mit buddhistischen Symbolen verziert und stellt eine Nachbildung des Universums dar.
Status: Seit 1991 ist Borobudur ein offizielles UNESCO-Weltkulturerbe.
Vom Punthuk-Setumbu-Hügel aus haben Sie einen zauberhaften Blick auf den nebelverhangenen Dschungel und den Vulkan Merapi im Hintergrund, während der Borobudur im Tal erwacht.
Borobudur: Die wichtigsten Fragen und Antworten (FAQ)
Was bedeutet „Borobudur“?
Der Name leitet sich vermutlich aus der javanischen und Sanskrit-Sprache ab: „Boro“ bedeutet Kloster oder Tempelkomplex, und „Budur“ stammt von dem balinesischen Wort beduhur für „hügelig“ oder „darüber“ ab – übersetzt also in etwa „Kloster auf dem Hügel“.
Historiker vermuten, dass der volle alte Name Bhumisambharabudhara lautet – das bedeutet „Berg der Ansammlung von Tugenden auf den zehn Stufen der Bodhisattva-Praxis“.
Tatsächlich wurden im nordwestlichen Teil des Hofes die Überreste von Gebäuden gefunden, die möglicherweise zu einem Mönchskloster gehörten.
Wie viel Zeit sollte man für einen Besuch von Borobudur einplanen?
Für die reine Besichtigung des Borobudur-Tempels sollten Sie mindestens drei Stunden einplanen.
Die Zeit vor Ort teilt sich wie folgt auf:
– Tempelführung/Zeit auf dem Tempel: Für die offizielle Besteigung und den Rundgang auf den Plattformen sind in der Regel etwa 90 Minuten vorgesehen, da der Zugang streng reguliert ist.
Für den Fußweg vom Eingangstor, die Sicherheitskontrollen, die Ausgabe spezieller Tempelschuhe oder Sarongs und den Park sollten Sie ca. 30 bis 45 Minuten einplanen.
Park und Ausblick: Planen Sie noch etwas Puffer ein, um die Anlage im umliegenden Park auf sich wirken zu lassen.
Gesamtaufwand mit Anreise:
Die Anfahrt ab Yogyakarta dauert je nach Verkehrslage 45 bis 60 Minuten (ca. 35-45 km).
Gesamtdauer des Ausflugs: Wenn Sie die Fahrt ab/bis Yogyakarta dazurechnen, sind Sie insgesamt 4 bis 5 Stunden unterwegs.
Wie viel kostet der Eintritt zum Borobudur-Tempel?
Der Eintrittspreis für den Borobudur-Tempel für ausländische Erwachsene liegt bei etwa 375.000 bis 400.000 IDR (ca. 23 bis 25 Euro) für den reinen Zugang zum Tempelgelände (Temple Ground Ticket). Ein Ticket inklusive Besteigung der Tempelstruktur (Temple Structure Ticket/Aufstieg auf die oberen Ebenen inklusive speziellem Schuhwerk/Upanat und offiziellen Guide) kostet rund 455.000 IDR (ca. 28 bis 30 Euro).
Tickets können über die offizielle Buchungsplattform von InJourney Destination oder verschiedene Anbieter im Voraus erworben werden.
Wann ist die beste Zeit für Borobudur?
Die beste Reisezeit für den Borobudur-Tempel ist die Trockenzeit von Mai bis Oktober.
Das Wetter ist dann warm, trocken und stabil. Dann haben Sie die beste Sicht auf die Vulkane und den perfekten, klaren Himmel für den berühmten Sonnenaufgang.
Die Hauptsaison (Juni bis August) bietet das stabilste Wetter, ist aufgrund der lokalen und europäischen Ferien aber auch am vollsten.
In der Regenzeit (November bis April) ist es oft schwül und es regnet häufig heftig, meist am Nachmittag oder Abend.
Besuchen Sie die Anlage am besten in den frühen Morgenstunden. Dann ist es noch angenehm kühl und das Licht für Fotos ist optimal.