Kapverden
Allgemeine Informationen
Die Kapverdischen Inseln, auch Kapverden genannt, sind eine aus 13 Inseln bestehende Inselgruppe im Atlantischen Ozean. Sie liegen etwa 570 Kilometer vor der afrikanischen Westküste, gehören zu Makaronesien und sind seit 1975 eine unabhängige Republik.
Die vulkanische Inselgruppe wurde im Jahr 1456 von portugiesischen Seefahrern entdeckt. Neun der Inseln sind heute bewohnt. Auf der Insel Santiago in der Südgruppe liegt Praia, die Hauptstadt des Landes.
Die im Südwesten gelegenen Inseln sind jüngeren Ursprungs, hochgebirgig und werden vom 2.829 Meter hohen Pico do Fogo überragt. Hier dauern die vulkanischen Aktivitäten an. Die im Norden und Osten gelegenen Inseln sind hingegen weit älter und bis auf einige felsige Erhebungen abgetragen. Inseln wie Sal, Boa Vista und Maio weisen Sandstrände aus angewehtem Saharasand auf.
Die Kapverden zeichnen sich durch ein warmes, ozeanisch geprägtes Klima mit geringen Temperaturunterschieden zwischen Sommer und Winter aus. Die Niederschlagsmenge ist ganzjährig gering. Eine kurze Regenzeit gibt es zwischen August und Oktober, doch auch in diesen Monaten werden selten mehr als zwei bis drei Regentage pro Monat verzeichnet. Auch die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind gering und betragen selten mehr als fünf Grad Celsius. Trotz des trockenen Klimas findet man auf den Südinseln auch Mangroven-Sümpfe.
Außer Seevögeln finden sich praktisch nur Fledermäuse, Geckos und Skike auf den Inseln. Unter Wasser sind Flora und Fauna dagegen artenreicher als an Land. Von März bis Mai durchkreuzen Buckelwale den Atlantik vor den Kapverdischen Inseln, und von Juli bis November können Manta-Rochen und Walhaie gesichtet werden. In und um die Korallenriffe leben ganzjährig Haie. Da das Meer rund um die Kapverdischen Inseln noch nicht überfischt ist, beheimaten die Riffe zahlreiche Fischarten, Langusten, Mollusken und andere Meereslebewesen. Von Juli bis Oktober legen zudem Meeresschildkröten an der Küste der Insel Boa Vista ihre Eier ab.
Die Amtssprache auf den Kapverden ist Portugiesisch, im Alltag dominiert jedoch das kapverdische Kreol (Kriolu). Kriolu ist eine Mischsprache aus Portugiesisch und afrikanischen Elementen. In touristischen Gebieten, Hotels und Restaurants wird oft Englisch verstanden. Deutsch wird hingegen kaum gesprochen.
Kapverden: Die wichtigsten Fragen und Antworten (FAQ)
Wann ist die beste Reisezeit auf die Kapverden?
Die beste Reisezeit für Kap Verde ist von November bis Juni. In diesem Zeitraum herrscht Trockenzeit mit viel Sonnenschein, was ideal für Strandurlaub, Surfen und Wandern ist, da die Temperaturen dann angenehm warm sind. Die Monate März bis Mai sind besonders gut für Whale Watching geeignet.
Die Mückenzeit ist vor allem während und nach der Regenzeit von August bis Oktober. Erhöhte Luftfeuchtigkeit und stehendes Wasser begünstigen die Vermehrung der Mücken. Während dieser Zeit ist ein konsequenter Schutz (Mückenspray, lange Kleidung) vor allem gegen Dengue-Fieber wichtig.
Wie kommt man auf die Kapverden?
Direktflüge (ab 7 Stunden) nach Kap Verde (in der Regel nach Sal oder Boa Vista) werden von TUI fly hauptsächlich ab Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart, Hannover und München angeboten. Aber auch andere Fluggesellschaften wie Lufthansa, TAP Air Portugal (über Lissabon), Royal Air Maroc (über Casablanca), Vueling, EasyJet und Luxair bieten die Inseln oft mit Zwischenstopps, aber teils auch als Direktverbindung an – besonders in der Hauptreisezeit von November bis Juni.
Zwischen den Inseln verkehren Inlandsflüge und Fähren. Auf den Inseln sind Sammeltaxis, die sogenannten „Aluguer“, das gängige Transportmittel. Seit März 2024 fliegt Cabo Verde Airlines mehrmals pro Woche zwischen Sal und Boa Vista, São Vicente, Santiago, Fogo, Maio sowie São Nicolau.
Was ist zu beachten, wenn man auf die Kapverden fliegt?
Für touristische Aufenthalte bis zu 30 Tagen benötigen deutsche Staatsangehörige kein Visum. Erforderlich sind eine Online-Registrierung (EASE) bei der Policía Nacional de Cabo Verde inklusive Flughafensicherheitsgebühr bis fünf Tage vor Anreise sowie ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass. Wichtig sind zudem der Schutz vor starker Sonneneinstrahlung (hoher UV-Index), der Verzicht auf den Kauf von Erzeugnissen aus Schildkröten oder Korallen und der Kauf von Trinkwasser in Flaschen (kein Leitungswasser trinken!).
Was ist das Nationalgetränk der Kapverden?
Es ist Grogue (auch Grogu oder Grogo genannt). Dabei handelt es sich um einen Rum aus Zuckerrohr mit einem Alkoholgehalt von 40 %. Der Duft des Getränks erinnert an warme Bananen.
Touristische Höhepunkte
Zu den Höhepunkten der Inseln zählen:
– Wandern auf Santo Antão, dem „grünen Juwel“ mit schroffen Berglandschaften und tiefen Schluchten. Empfehlenswert ist auch eine Wanderung im Norden der Insel Santiago im Nationalpark Serra Malagueta.
– die Salinen auf der Insel Sal mit Salzseen in einem erloschenen Vulkankrater, beispielsweise in Pedra de Lume.
– die Altstadt von Cidade Velha (UNESCO-Weltkulturerbe) auf der Insel Santiago. Die „alte Stadt“ zeugt als frühere Hauptstadt der Inseln von ihrer kolonialen Geschichte.
– Der Vulkankrater Chã das Caldeiras: Schwarze Geröllfelder, meterhohe Lavazungen und graue Aschefelder bilden hier eine bizarre Kulisse.
– Praia, die Hauptstadt der größten Insel Santiago.
– der noch aktive Vulkan Pico do Fogo (letzter Ausbruch 2014) auf der Insel Fogo. Der Weg zum Krater führt durch unterschiedliche Vegetationszonen, von karger Vulkanlandschaft bis zu üppigen Weinterrassen.
Mindelo, das Kulturzentrum des Inselstaats auf der Insel São Vicente, begeistert mit kolonialer Architektur, pulsierenden Märkten und einer lebendigen Musikkultur.
– Von Juli bis Oktober kann man auf der Insel Boa Vista Meeresschildkröten bei der Eiablage beobachten.
Informationen zum Erkunden des Reiseziels Kapverden
Die Kapverden locken mit ganzjährig warmem Klima, türkisblauem Atlantik und puderweißen (oder vulkanschwarzen) Stränden – hier erlebt man pure Entspannung mit afrikanischem Rhythmus. Auf Santo Antão und São Vicente erwarten Sie dramatische Berglandschaften, Wanderwege und kreolische Lebensfreude mit Morna-Musik sowie eine köstliche Küche.
Die Kapverden besitzen mit den Kreolen, den Nachkommen weißer Händler und schwarzer Sklaven, ihre eigene Identität. So entstand ein bunter Mix aus Traditionen, Sitten und Bräuchen. Dieser kulturelle Mix spiegelt sich auch im Erscheinungsbild des Archipels wider. Pastellfarbene Kolonialhäuser treffen auf quirlige Märkte, tiefblaues Wasser auf sattes Tropengrün und schimmernde Strände.
Die Kapverdischen Inseln sind bisher kein Ziel für den Massentourismus. Zu den touristischen Anziehungspunkten zählen vor allem die Inseln Sal mit ihren mit warmem Salzwasser gefüllten Salinen, Santiago mit der Hauptstadt Praia sowie Boavista, wo sich ein wesentlicher Teil des Nachtlebens abspielt. Die Kapverdischen Inseln sind vor allem bei Tauchern beliebt, die den Archipel wegen seiner artenreichen Unterwasserlandschaft besuchen. Es mangelt vor allem an einer zuverlässigen Infrastruktur mit Flug- und Fährverbindungen zwischen den neun bewohnten Inseln, die für den Massentourismus erforderlich wäre.
Rund 75 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen auf Handel, Verkehr, Tourismus und öffentliche Dienstleistungen. Die natürlichen Ressourcen sind begrenzt und das Land leidet unter chronischem Wassermangel, der durch wiederkehrende und langanhaltende Dürreperioden verschärft wird. Zudem haben viele der Inseln unfruchtbare Böden, was die landwirtschaftliche Produktion weiter erschwert. Aus diesem Grund setzen sowohl die Regierung als auch die Bevölkerung auf den Tourismus als Motor für den wirtschaftlichen Aufschwung. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Touristen nahezu verdoppelt. Zwar gab es während der Corona-Pandemie einen dramatischen Rückgang der Besucherzahlen, doch der Tourismussektor erholt sich schneller als erwartet.
Politisch gesehen gehören die Kapverden zu den stabilsten Ländern Afrikas. Konflikte werden in der Regel mit rechtsstaatlichen Mitteln gelöst. Das Land gilt als eine durch und durch friedliche Demokratie.
Mit Intakt-Reisen unterwegs: Kapverden
Erkunden Sie das Wander- und Trekkingparadies der Kapverden, die Insel Santo Antão. Vom Kraterrand des erloschenen Cova haben Sie einen weiten Blick in das Grüne Paúl-Tal und bis zum Atlantik. Im tropisch anmutenden Seitental Ribeira de Chã das Pedras gedeihen u.a. Mais, Zuckerrohr, Kaffee und Bananen, genauso wie Mangos, Papayas und Datteln. In der bizarr zerklüfteten Bergwelt von Chã de Igreja begeistern steil aufragende Felswände und abgrundtiefe Schluchten.
Aber auch die „Feuerinsel“ Fogo lädt zum Wandern ein. Am besten halten Sie die unterschiedlichen Lava-Landschaften fotografisch fest.
Reisefreudige Familien können die Inseln bei leichten Aktivitäten und vielen Begegnungen mit den Inselbewohnern ebenfalls sehr gut entdecken.
Zum Abschluss einer Kapverden-Reise können Sie an den weißen Sandstränden der Insel Sal ein paar entspannte Tage verbringen. So wird ein Aufenthalt auf dem tropischen Inselarchipel erst richtig erholsam!