Korsika
Das "Gebirge im Meer"
Allgemeine Informationen
Korsika (französisch Corse, italienisch Corsica) ist nach Sizilien, Sardinien und Zypern die viertgrößte Insel im Mittelmeer. Sie besteht zu einem großen Teil aus Hochgebirge und liegt westlich der Apenninhalbinsel, nördlich von Sardinien und südöstlich der Côte d’Azur. Neben Französisch wird auf Korsika auch Korsisch gesprochen, eine dem Italienischen eng verwandte romanische Sprache. Auch Brauchtum und Küche weisen teilweise auf die Nähe Italiens hin.
Korsika ragt als Gebirgslandschaft aus 2.500 Metern Meerestiefe empor und erreicht im Massiv des Monte Cinto (2.706 Meter) ihre höchste Erhebung, die 24 Kilometer von der Westküste entfernt liegt. Die Geländemorphologie ermöglicht zahlreiche Ausblicke und gab der Insel den Beinamen „Gebirge im Meer“.
Aufgrund der vielen Buchten, insbesondere an der Westküste, hat Korsika eine über 1.000 km lange Küste. Ein Drittel davon besteht aus Stränden, der Rest ist felsig.
Vom Hauptkamm, der gleichzeitig die Wasserscheide bildet, laufen zahlreiche steil abfallende Seitenkämme und Seitentäler zur buchtenreichen Westküste hinunter. Der Hauptkamm wird auf seiner ganzen Länge durch den Weitwanderweg GR 20, der durch den Regionalen Naturpark Korsika verläuft, durchquert.
In seinem unmittelbaren Umfeld befinden sich die beiden höchsten Berge der Insel: der Monte Cinto (2.706 m) und der Monte Rotondo (2.622 m).
Die Entfernung nach Frankreich (Nizza) beträgt 180 km, nach Italien (Livorno) 83 km und zur italienischen Insel Sardinien im Süden 12 km.
Korsika: Die wichtigsten Fragen und Antworten (FAQ)
Gehört Korsika zu Frankreich oder zu Italien?
Korsika gehört seit 1768 politisch zu Frankreich. Als französische Gebietskörperschaft mit Sonderstatus ist die Insel Teil der Republik Frankreich und der EU. Geografisch liegt sie jedoch näher an Italien (nördlich von Sardinien) und ist kulturell stark italienisch geprägt.
Die offizielle Bezeichnung der meisten Städte, Ortschaften, Berge und anderer geografischer Punkte Korsikas ist italienisch. Damit erfüllt der französische Staat eine Bedingung für den Verkauf der Insel durch die Republik Genua an Frankreich im Jahr 1768. Meist werden die Namen französisch ausgesprochen.
Das korsische Wappen zeigt einen Maurenkopf mit krausem schwarzem Haar und einem weißen Stirnband. Es ist das Freiheitssymbol der Korsen, jedoch ist nicht sicher, wen es darstellt. Es gibt zahlreiche Legenden über seine Entstehung und Bedeutung.
Wann ist die beste Reisezeit für Korsika?
Die beste Reisezeit für Korsika ist von Mai bis September. Die Monate Juni und September gelten dabei als ideal, da sie warmes Wetter, angenehme Wassertemperaturen und weniger Menschenmassen bieten. Für den Badeurlaub sind Juli und August perfekt, während Wanderer das Frühjahr (April bis Juni) bevorzugen, wenn die Temperaturen angenehmer sind als im Hochsommer.
Die Hauptsaison (Juli/August) ist sehr heiß und ideal für Strandliebhaber, allerdings ist es dann sehr voll.
Die Nebensaison (April/Mai und Oktober/November) ist mild, aber regenreicher. Sie ist gut für Kultur und Sightseeing geeignet, wobei im Oktober einige Unterkünfte schließen.
Korsika bietet ein mediterranes Klima mit dem heißesten und trockensten Wetter in den Sommermonaten.
Ist Urlaub auf Korsika teuer?
Korsika ist ein sehr beliebtes Reiseziel, bei dem die Preise je nach Reisezeit und gewählter Unterkunft stark variieren können. Besonders in der Hochsaison (Juli/August) sind die Kosten hoch. Reisen im Frühjahr oder Herbst sowie Selbstverpflegung und Unterkünfte im Landesinneren schonen hingegen das Budget.
Hier sind die wichtigsten Kostenfaktoren für einen Korsika-Urlaub:
– Unterkünfte: Hotels sind in der Regel teurer als Ferienwohnungen. Ferienwohnungen ermöglichen zudem Selbstverpflegung, wodurch sich Kosten sparen lassen.
– Lebenshaltungskosten: Lebensmittel sind etwas teurer als in Deutschland, insbesondere lokale Produkte. Große Supermarktketten wie Carrefour und E. Leclerc sind oft günstiger.
– Anreise: Flüge beginnen ab ca. 150 Euro, während Fähren mit Auto oder Wohnmobil ebenfalls teuer sein können.
– Transport vor Ort: Ein Mietwagen ist unerlässlich.
Spar-Tipps:
– Nutzung von Campingplätzen
– Reisen außerhalb der Hauptsaison
– Ferienwohnungen statt Hotels
Wie lange dauert die Überfahrt mit der Fähre von Frankreich nach Korsika?
Je nach Route, Betreiber und Schiff dauert sie zwischen 7 und 19 Stunden 14 Minuten. Die schnellste Route ist die von Nizza nach Bastia.
Touristische Höhepunkte
Der Fernwanderweg GR20 ist für seine Schwierigkeit bekannt, die sich in beträchtlichen Höhenunterschieden, felsigen Abschnitten, steilen Anstiegen und dem mitunter unberechenbaren Wetter widerspiegelt. Er liegt in den korsischen Bergen, durchquert die Insel von Norden nach Süden und ist 180 Kilometer lang. Die Wanderung dauert in der Regel 10 bis 15 Tage.
Die gebirgige Halbinsel Cap Corse im Norden Korsikas bietet atemberaubende Ausblicke auf das Mittelmeer und die korsischen Berge. Charmante Dörfer wie Nonza, Erbalunga, Macinaggio und Centuri prägen das Bild. Enge Gassen, Steinhäuser und malerische kleine Plätze verzaubern jeden Besucher.
Das im Süden Korsikas gelegene Dorf Bonifacio thront auf einem Kalksteinfelsen mit Blick auf das Mittelmeer. Die mittelalterliche Zitadelle auf dem Gipfel des Felsens bietet einen atemberaubenden Panoramablick auf den Hafen, das Meer und die umliegenden Inseln.
Die historische und kulturelle Hauptstadt Korsikas, Corte, liegt, umgeben von den Hügeln des Monte-Cinto-Massivs, nur 70 Kilometer südlich von Bastia. Schlendern Sie durch die typischen Kopfsteinpflastergassen zur berühmten Zitadelle und genießen Sie den atemberaubenden Panoramablick über das Tal und die umliegenden Berge.
Calvi liegt an der Nordwestküste Korsikas und ist bekannt für seine halbmondförmige Bucht, an deren westlichem Ende die große, mittelalterliche Zitadelle thront. Innerhalb der Festungsmauern befindet sich die barocke Kathedrale Saint-Jean-Baptiste.
Mit 2.706 m ist der Monte Cinto der höchste Gipfel der Insel. Bei klarem Wetter können Wanderer von dort aus bis zur Ost- und Westküste blicken. Eine Wanderung auf den „König der korsischen Berge“ sollte frühmorgens starten, um der größten Hitze zu entgehen und die fantastischen Ausblicke zu genießen.
Die kleinen, ursprünglichen Dörfer der Balagne bestechen durch ihre Nähe zu den Bergen und zum Meer. Sie laden zu Spaziergängen, zum Essen gehen und natürlich zum Souvenir-Shopping ein.
Informationen zum Erkunden des Reiseziels Korsika
Nach korsischer Tradition sind die Strände überall frei zugänglich und es gibt kaum große Hotelkomplexe. An der Ostküste gibt es südlich von Phare d’Alistro und südlich von Porto-Vecchio zahlreiche FKK-Urlaubsanlagen und -Strände. Im Jahr 1995 stammten 73 Prozent aller Touristen, die Korsika besuchten, vom französischen Festland.
Bei einer Fahrt entlang der Küste sollte man immer bedenken, dass der Wind von einem Kap zum anderen aus unterschiedlicher Richtung und mit unterschiedlicher Stärke wehen kann. Die steil aufragenden Berge verursachen insbesondere dort, wo sie direkt aus dem Meer aufsteigen, eine starke Kreuzsee. Bei schwerem Seegang erreicht diese enorme Ausmaße und glättet sich erst weit draußen auf dem offenen Meer.
Die wilden, zerklüfteten Felsformationen der Calanche sind ein traumhaftes Fotomotiv und versetzen jeden Besucher in Staunen. Eine Wanderung durch die Calanche ist im Frühjahr und im Herbst ein wahres Highlight auf Korsika.
Bereits im ausklingenden Winter erblüht die Macchia, ein immergrüner Buschwald, in bunten Farben und es entströmt ein intensiver Duft der Insel, der auch vom Meer aus wahrnehmbar ist. Wichtige Pflanzen sind Lavendel, Ginster, Zistrose, Myrte, Baumheide und Erdbeerbaum. In den heißen Sommermonaten vertrocknet die Vegetation vielerorts, sodass die Landschaft ein steppenhaftes Aussehen erhält.
Die Garrigue ist im Gegensatz zur Macchia niedriger, sie erreicht meist nur eine Höhe von bis zu einem Meter, und es wachsen andere Pflanzen darin.
Die Edelkastanie, auch als Esskastanie bezeichnet, bedeckt allein im Gebiet der Castagniccia eine Fläche von etwa 15.000 Hektar. Auf der gesamten Insel sind 40.000 Hektar mit Edelkastanienpflanzungen bestanden.
Soweit die Bodenverhältnisse es zulassen, gedeihen bis zu einer Höhe von etwa 400 Metern weitere im gesamten Mittelmeerraum anzutreffende Pflanzen, beispielsweise Zypressen, Ölbäume, Oleander, Platanen, Mimosen und Dattelpalmen.
Die Straßen Korsikas unterscheiden sich stark in Breite und Qualität. Zwischen den größeren Städten gibt es gut ausgebaute Fernstraßen, die als Routes Territoriales markiert sind. Ansonsten gibt es im felsigen Gebiet der Westküste und im Gebirge teilweise enge Straßen in schlechtem Zustand, die nur einspurig genutzt werden können. Ein Befahren mit Wohnmobilen ist zum Teil nicht möglich.
Die mediterrane Küche Korsikas ist sehr reichhaltig und meist deftig. Zu den korsischen Fleischereispezialitäten zählen:
– Coppa: geräucherter Schweinenacken und -filet,
– Figatellu: geräucherte, kräftige Leberwurst mit Kräutern,
– Lonzu: geräuchertes Schweinefilet.
Nudelgerichte und Nudeln als Beilage zu Fleischgerichten sind hier verbreiteter als in den meisten anderen Regionen Frankreichs. Es gibt zahlreiche Sorten Schafs- und Ziegenkäse.
Auf Korsika wird eine große Vielfalt an Weinen produziert.
Die Korsen hegen eine tiefe Zuneigung zu ihrer Insel und sind stolz darauf, ihre Kultur mit neugierigen Besuchern zu teilen. Da der Tourismus einen großen Teil der lokalen Wirtschaft ausmacht, sind sie es gewohnt, Reisende mit gemeinsamen Mahlzeiten, Dorffesten oder saisonalen Feierlichkeiten willkommen zu heißen.
Anders als in manchen Ländern, in denen Trinkgeld üblich ist, ist es auf Korsika nicht obligatorisch, wird bei gutem Service aber immer gern gesehen. In Frankreich und somit auch auf Korsika ist eine Servicegebühr meist bereits im Preis enthalten (z. B. „Service compris 15 %“).
Mit Intakt-Reisen unterwegs: Korsika
Egal, ob man an einem der schönsten Strände Korsikas entspannen oder in den Bergen wandern möchte, die Insel im Mittelmeer hat für jeden Urlauber etwas zu bieten. Flüge nach Korsika sind von vielen Flughäfen aus möglich und auch die Anreise mit dem Auto per Fähre ist bequem.
Aufgrund ihres Klimas und der vorherrschenden Winde ist die gesamte Insel nicht nur bei Franzosen ein beliebtes Segel- und Windsurfrevier. Es gibt zahlreiche gut ausgerüstete Häfen und Marinas, die als Ausgangspunkte für diese Sportarten dienen.
Der Grande Randonnée 20 (GR 20):
Der umfangreiche Fernwanderweg GR 20 mit seinen zahlreichen Kletterpartien ist bei Wanderern sehr beliebt. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts gewinnt das Klettern zunehmend an Bedeutung. Die zahlreichen bizarren Felsformationen, die auch als „Tafoni“ bezeichnet werden, sind extrem griffig. Die bekanntesten Kletterzentren sind das Restonica-Tal und der Bavella-Pass.
Der GR 20 gilt als einer der anspruchsvollsten und schönsten Fernwanderwege Europas. Er verläuft über rund 180 Kilometer und etwa 12.000 Höhenmeter (Auf- und Abstieg) durch das felsige Hochgebirge von Calenzana im Nordwesten bis Conca im Südosten. Die Route erfordert Trittsicherheit, Kletterkönnen und alpine Erfahrung.
Der Bergwanderweg führt immer in Richtung Süden durch unberührtes Gelände mit bis zu 2.400 Höhenmetern. Die Kletterstellen und Passstraßen, die es zu überqueren gilt, sind nichts für Ungeübte. Der Großteil des GR 20 führt durch den Naturpark „Parc Naturel Régional de Corse“. Der Weg ist anhand einer rot-weißen Markierung auf Felsen und Bäumen gekennzeichnet. Hier erleben Wanderer die Vielseitigkeit und einzigartige Schönheit der Insel mit all ihren Kontrasten.
Der GR 20 kann von Mitte Juni bis Ende Oktober begangen werden. Nur in diesen Monaten sind die Gebirge größtenteils schnee- und eisfrei. Entlang des Wanderweges befinden sich immer wieder Schutzhütten, die Getränke und warme Mahlzeiten anbieten. Die Unterkünfte sind meist einfache Hütten. Wir empfehlen Ihnen, immer einen warmen Schlafsack dabeizuhaben. Wer zelten möchte, kann dies bei den sogenannten „Refuges“, den Berghütten, tun. Im freien Gelände ist das Campen meist verboten.
Für die Durchwanderung des gesamten GR 20 benötigt man ca. 16 Tage. Da selbst im Sommer auf den höchsten Gipfeln noch Schnee liegen kann, ist der Weg nicht ganz ungefährlich. Der Fernwanderweg hat alpinen Charakter und erfordert reichlich Kondition, Trittsicherheit, eine gute Ausrüstung sowie an manchen Stellen Schwindelfreiheit.
Wem der gesamte GR20 zu lang ist, hat die Möglichkeit, Teile des Weitwanderwegs geführt zu erleben.