Liparische Inseln
7 Feuerinseln vor Sizilien
Allgemeine Informationen
Die Liparischen Inseln, auch Äolische Inseln genannt (Äolus wurde in der griechischen Mythologie von Zeus als Verwalter der Winde eingesetzt), sind eine aus sieben bewohnten Inseln bestehende Inselgruppe im Tyrrhenischen Meer, die 30 bis 80 Kilometer nördlich von Sizilien liegt. Die sieben bewohnten Inseln der Gruppe mit einer Gesamtfläche von 115,4 km² gehören zur italienischen Region Sizilien und haben etwa 13.768 Einwohner.
Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs und wurden im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.
Neben den sieben bewohnten Inseln gibt es noch eine Reihe kleinerer, unbewohnter Inseln und Felsklippen, zum Beispiel Basiluzzo und Strombolicchio.
Die größte Insel ist Lipari mit 37,5 km², gefolgt von Salina (26,8 km²), Vulcano (21,2 km²), Stromboli (12,6 km²), Filicudi (9,5 km²) und Alicudi (5,2 km²). Die kleinste Insel ist Panarea mit 3,4 km². Die höchste Erhebung der Liparischen Inseln ist der 962 m hohe Monte Fossa delle Felci auf Salina.
Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Sie tauchten in drei Phasen aus dem Meer auf und gehören zu einer Vulkankette, die sich vom Vesuv bis zum Ätna erstreckt. Zunächst entstand Filicudi, dann Panarea, Salina und Teile von Lipari, zuletzt Alicudi. In einer zweiten Phase wurden weitere Teile dieser Inseln gebildet. In einer dritten Phase folgten schließlich Vulcano und Stromboli. Ursache für den Vulkanismus der Liparischen Inseln ist die Subduktion des nördlichen Randes der afrikanischen Platte unter die apulische Platte.
Heute ist der Stromboli auf der gleichnamigen Insel der einzig ständig aktive Vulkan Europas. Der Vulkan Grande Fossa auf der Insel Vulcano ist nur leicht aktiv und schlummert.
Auf den Liparischen Inseln herrscht Mittelmeerklima. Die durchschnittliche Lufttemperatur liegt im Januar bei 13 °C, im Mai und Oktober bei 20 °C und im Juli bei 28 °C. In den Bergen ist es bis zu 10 °C kühler als an den Küsten. Die Wassertemperaturen schwanken zwischen 15 °C im Winter und 26 °C im Sommer.
Liparische Inseln: Die wichtigsten Fragen und Antworten (FAQ)
Wie heißen die 7 Liparischen Inseln?
Die Liparischen oder Äolischen Inseln setzen sich aus sieben bewohnten Inseln zusammen: Lipari, Stromboli, Vulcano, Salina, Panarea, Alicudi und Filicudi.
Wie kommt man auf die Liparischen Inseln?
Die Anreise zu den Liparischen Inseln erfolgt am besten über den Flughafen Catania (CTA) auf Sizilien, seltener über den Flughafen Palermo (PMO). Von dort aus geht es per Transfer zum Hafen Milazzo, von wo aus Fähren und Tragflügelboote zu den Inseln abfahren. Ein Bus- oder Privattransfer von Catania nach Milazzo dauert circa 1,5 bis 2 Stunden. Die Überfahrt dauert, abhängig vom Ziel, etwa ein bis zwei Stunden. Im Sommer gibt es auch Verbindungen ab Palermo, Messina, Reggio Calabria oder Neapel (letzteres ca. 6,5 Stunden).
Die Gesellschaften Liberty Lines (Tragflügelboote/Aliscafi) und Siremar (Fähren) verbinden Milazzo ganzjährig mit den Inseln. Besonders in der Hochsaison (Juni-September) ist es ratsam, Fährtickets vorab zu buchen, zum Beispiel über Portale wie Ferryhopper.
Die Liparischen Inseln selbst haben keinen Flughafen.
Wann ist die beste Reisezeit für die Liparischen Inseln?
Die beste Reisezeit für die Liparischen Inseln ist von Mai bis Juni sowie von September bis Oktober. In diesen Monaten herrschen angenehme Temperaturen für Aktivitäten, die Natur blüht im Frühling und das Wasser ist warm genug zum Baden. Juli und August sind sehr heiß und überlaufen, eignen sich aber gut für einen reinen Strandurlaub.
Touristische Höhepunkte
Vulcano: Auf der drittgrößten Insel sind noch immer vulkanische Aktivitäten zu spüren. Der Aufstieg auf den Großen Krater dauert etwa eine Stunde und ist nicht allzu anstrengend. Ein Höhepunkt ist ein Schwefelbad am Fuße des Vulkans, das auch von den Einheimischen gerne genutzt wird.
Stromboli: Der Vulkan kann bis zu einer Höhe von 400 Metern auch ohne lizenzierten Bergführer bestiegen werden (ca. 2 bis 3,5 Std., verschiedene Routen). Für den Aufstieg auf ca. 900 m sollte man allerdings körperlich fit und schwindelfrei sein.
Im Archäologischen Museum im ehemaligen Bischofspalast von Lipari werden neben Funden aus der Vulkanforschung auch Grabbeigaben wie antike Miniaturmasken und Gegenstände aus der Bronzezeit gezeigt.
Dom San Bartolomeo: Die Fassade des auf dem Burgberg über der Stadt Lipari thronenden Doms stammt aus dem 18. Jahrhundert. Sehenswert sind auch die benachbarte Freilichtbühne sowie der Kreuzgang.
Der Hafen Marina Corta auf Lipari ist in der Hochsaison sehr belebt, aber abends oder am späten Nachmittag kann man gemächlich durch die kleinen Gassen des Ortes flanieren und das Flair der Altstadt genießen.
Die „Blaue Grotte” auf Filicudi ist die größte Höhle der Inseln und beeindruckt mit ihrem türkisblauen Wasser. Es dürfen keine Boote hineinfahren, aber schwimmend gelangt man problemlos hinein.
In Pecorini, einem malerischen Ort an einer Bucht im Südwesten der Insel Filicudi, gelangt man über steile Felsstufen hinunter an den ebenso schönen Hafen. Die weiß getünchten Häuser mit Strohdächern machen den Anblick nahezu perfekt.
Eine Wanderung zum Monte Fossa delle Felci auf Salina wird mit fantastischen Ausblicken über den Ort sowie die Nachbarinseln Lipari und Vulcano belohnt.
Informationen zum Erkunden des Reiseziels Liparische Inseln
Wer Partyurlaub wie an der Adriaküste sucht, wird auf den Liparischen Inseln enttäuscht werden. Sie sind ein Paradies für Landschafts- und Naturgenießer und außerdem UNESCO-Weltnaturerbe. Sie sind noch ein Paradies, das es zu entdecken gilt. Wo sonst kann man (außer in Sizilien) Vulkane live erleben und aktiven Vulkanismus beobachten?
Die Liparischen Inseln sind etwas für Reisende, die außergewöhnliche Strände suchen. Zwar findet man hier keine weißen Sandstrände wie in der Karibik, dafür aber kleine Buchten und schwarze Lavastrände, die einzigartig sind.
Die Liparischen Inseln sind auch etwas für Feinschmecker und Slow-Food-Anhänger. Unterschiedliche Kulturen haben auf Sizilien und den Liparischen Inseln ihre Spuren hinterlassen. Die wunderbare äolische Küche wird Sie entzücken – wo bekommt man Meeresfrüchte, Gemüse und Kapern frischer als hier?
Wer grandiose Naturerlebnisse, glasklares Wasser und gelegentlich Einsamkeit sucht, für den sind die sieben Vulkaninseln die richtige Wahl.
Hier erlebt man auf kleinstem Raum attraktive Unterwasserwelten, ursprüngliche Natur, vulkanische Landschaften und einzigartige Kulturerlebnisse.
Auf den Inseln soll der Gott Äolus seinen Sitz gehabt haben, nachdem er von Göttervater Zeus den Auftrag erhalten hatte, die Winde zu verwalten. Die Irrfahrten des Odysseus, die von Äolus verursacht wurden, endeten auf den Liparischen Inseln, als Odysseus nach dem Trojanischen Krieg auf dem Weg zu seiner Frau nach Ithaka war. Deshalb werden die Inseln auch „Inseln der Winde“ genannt.
Auf der landschaftlich reizvollen Insel Lipari haben im Laufe der Jahrhunderte Griechen, Römer, Karthager und viele andere ihre Spuren hinterlassen. Lipari ist mit rund 37 km² die größte und lebendigste Insel und der beste Ausgangspunkt für einen Besuch des Archipels. Von hier aus erreichen Sie mit der Fähre alle anderen Inseln, wobei die Fahrt teilweise nur wenige Minuten dauert.
Einen Aufenthalt wert ist auch Panarea, die mit 3,6 km² kleinste und exklusivste Insel. Für Tagesausflüge bieten sich Filicudi oder das abgeschiedene Alicudi im Westen an.
Da die Liparischen Inseln selbst über keinen Flughafen verfügen, ist eine Kombination mit Sizilien oder Neapel und dem Vesuv ideal.
Mit Intakt-Reisen unterwegs: Liparische Inseln
Die Liparischen Inseln werden auch liebevoll die „sieben Schwestern“ genannt, denn sie könnten nicht unterschiedlicher sein. Jede hat etwas Besonderes und Einzigartiges zu bieten. Wichtig ist, die Inseln selbst kennenzulernen und nicht nur auf einem Tagesausflug.
Die Liparischen bzw. Äolischen Inseln gelten als Geheimtipp für Wanderfreunde, die mediterrane Insel-Landschaften lieben. Seit die UNESCO die sieben Inseln im Jahr 2000 zum Weltnaturerbe ernannt hat, ist „Geheimtipp“ allerdings übertrieben. Aber nicht jeder kennt diese kleinen Inseln vor der Küste Siziliens, abgesehen vielleicht vom Vulkan Stromboli, der immer wieder wegen seiner Aktivitäten Schlagzeilen macht. Die Besteigung des Stromboli auf eigene Faust ist leider seit August 2019 nicht mehr erlaubt, weil zu gefährlich. Eine Besteigung bis zu einer bestimmten Höhe ist mit Bergführer erlaubt.
Die 15-tägige „Rundreise Liparische Inseln“ wird von Intakt-Reisen von April bis Oktober an 16 Terminen angeboten. Die Übernachtungen finden in familiären Drei-Sterne-Hotels auf Lipari statt. Neben einer einfachen Wanderung auf den 290 m hohen Vulkan Stromboli und zum ehemaligen Observatorium wird auch die Insel Panarea besucht. Mit der Fähre geht es außerdem nach Vulcano und Salina.